Kooperative Methoden

KOOPERATIVE METHODEN

Kooperatives Lernen

Das Lernkonzept für die Konzeption unserer Unterrichtseinheiten

„Die Schule hat die Aufgabe, die Annäherung der europäischen Völker und Staaten und die Neuordnung ihrer Beziehungen bewusst zu machen. Sie soll dazu beitragen, dass in der heranwachsenden Generation ein Bewusstsein europäischer Zusammengehörigkeit entsteht und Verständnis dafür entwickelt wird, dass in vielen Bereichen unseres Lebens europäische Bezüge wirksam sind und europäische Entscheidungen verlangt werden. Die Schule hat zudem die Aufgabe, Respekt vor und Interesse an der Vielfalt der Sprachen und Kulturen zu wecken und auszubauen.
Um diese Dimension in Bildung und Erziehung zu verwirklichen, muss die Schule Kompetenzen vermitteln, die zu einem gelingenden Leben in Europa befähigen.“ 1

Die Erreichung dieser „europaorientierten Kompetenzen“ (a.a.O., S. 5) oder auch „Citizenship-Kompetenzen“  oder „Bürgerkompetenzen“  genannt hat sich das Projekt ImTeaM4EU zur Aufgabe gemacht. Über die Kenntnisse zu „grundlegenden Demokratiekonzepten“  sowie den „Strukturen in der EU“  muss den Schülerinnen und Schülern die Notwendigkeit, über den „nationalen Tellerrand“ zu schauen, klar werden, um die europäischen Verzahnungen und Interaktionen sowie die eigene Rolle darin zu begreifen.
Nach der Empfehlung des Europäischen Parlamentes und Europäischen Rates für lebenslanges Lernen (2006) sind MINT, SBK und FS europäische Schlüsselkompetenzen. Die Gestaltung und auch die Konzeption von Unterricht mit Einbeziehung europäischer Themen lenkt automatisch auf die Auswahl von Methoden, die die Inhalte und Kompetenzen vermitteln können. Letztlich sollen fachliche, methodische, soziale und kommunikative Kompetenzen zu der Handlungskompetenz bei den Schülerinnen und Schülern führen, die sie zu einem informierten, demokratiefähigen, kritisch denkenden europäischen Bürger werden lässt.

„Ebenso leistet das Kooperative Lernen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Demokratie: Die intensive Kommunikation in Klein- und Großgruppen, der respektvolle Umgang der Teammitglieder miteinander, die Toleranz gegenüber anders denkenden Menschen und gegenüber Menschen aus anderen Kulturen, die Notwendigkeit Kompromisse zu schließen, dies alles sind wichtige demokratische Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler nicht abstrakt lernen, sondern im Gruppenprozess erfahren. “6

In diesem Projekt wurden (angelehnt an die jeweiligen länderspezifischen Lehrpläne) Unterrichtseinheiten konzipiert, die jeweils durch eine komplexe, kompetenzorientierte Lernaufgabe  zur Problemlösung führen sowie ein zu erreichendes Lernprodukt besitzen. Zur Entwicklung einer hohen Demokratie- und Sozialkompetenz wurden zu den Inhalten und Zielen passende Kooperative Methoden ausgesucht oder entwickelt: Sie werden in den Unterrichtseinheiten exemplarisch eingesetzt und sowohl für die Lehrerinnen und Lehrer (Lehrerinformation, Materialblätter) als auch für die Schülerinnen und Schüler (Arbeitsblätter) zu den spezifischen Inhalten konkret eingebunden und erläutert. Verlinkungen in der Webseite führen zu allgemeinen Erläuterungen der Methoden, die dem Nutzer ermöglichen, nachhaltig den Einsatz der Methoden auf andere Unterrichtsgeschehen zu übertragen und dabei sein Methodenrepertoire zu erweitern und zu festigen.
Die Lehrpläne der einzelnen Länder wurden analysiert. Alle Unterrichtseinheiten basieren somit auf den Kompetenzen und Inhalten der jeweiligen Länder der Konzeptionisten. Sie sind von den Nutzern der Webseite in die schulinternen Lehrpläne integrierbar und stellen kein Additivum zum Lehrplan dar. Eine Ausnahme bildet die Unterrichtseinheit „ Alle Wege führen nach Tallinn gestern und heute“ , die von Partnern aus allen beteiligten Ländern gemeinsam erstellt wurde.
Dieses Projekt bietet keinen Pool an Kooperativen Methoden, sondern versteht „Kooperative Methoden“ als ein Unterrichtsprinzip bzw. Lernkonzept. Basierend auf dem Grundprinzip des Kooperativen Lernens: Think – pair – share bzw. „Denken – Austauschen – Vorstellen“ , werden die Schülerinnen und Schüler in den Unterrichtsprozess aktiv mit eingebunden. Dies ist signifikant für jede Unterrichtseinheit aber auch  für das gesamte Projekt.
In den Unterrichtseinheiten sind unterschiedliche Kooperative Methoden  passend zur Vermittlung der verschiedenen Kompetenzen eingebettet.

Nicht immer ist das Grundprinzip stringent eingehalten worden, da es den Umfang der Einheiten gesprengt hätte. Das gilt auch für Lernschleifen, die nicht stets explizit angegeben sind (s.u.). Komplizierte Methoden oder Methoden, die eine hohe Eigenständigkeit der Schülerinnen und Schüler bedürfen (z.B. Gruppenpuzzle oder Debatten), benötigen (oftmals lange) Phasen der Einübung. Nehmen Sie sich am Anfang viel Zeit. Sie werden belohnt, indem die Schülerinnen und Schüler durch den Erwerb einer  höheren Selbstständigkeit, Methoden viel schneller begreifen und umsetzen können. Auf diese Weise wird eine (auch inhaltliche) Lernprogression er-reicht.
Die Unterrichtseinheiten sind so konzipiert, dass Einschübe, Phasen der Einübung und Wiederholungen immer möglich sind. Lerngruppen sind stets unterschiedlich – sowie ihre Bedürfnisse und ihre Anforderungen. Die Unterrichtseinheiten bieten Möglichkeiten zur Umsetzung von Inhalten und Methoden an, sodass Sie diese an Ihre Lerngruppe individuell anpassen können. Damit dies gelingt, sind alle Methoden noch einmal in der Matrix (z.B. http://www.imteam4.eu/de/esskultur.html) verlinkt und werden allgemein erklärt. Es ist somit möglich, individuelle Methodenkarten zu entwickeln, die auch für andere Unterrichtsreihen verwendet werden können. Das gezielte Einsetzen von Lernschleifen  führt zu einem selbstständigen Umgang mit Problemen. Es sichert einen nachhaltigen Lernfortschritt und bewirkt eine hohe Eigenreflexion.

nach: http://vielfalt-lernen.zum.de/images/6/62/Basisartikel_KL_2011.pdf

Die Struktur des Unterrichts, Brüning und Saum sprechen auch von der „Dramaturgie des Unterrichts“ , ist sich immer ähnlich. Alleine arbeiten, sich austauschen mit anderen, Ergebnisse präsentieren und darüber kommunizieren. Dieser ritualisierte Unterricht hat eine hohe Transparenz zur Folge. Es erleichtert das Lehren und Lernen in der Schule. Die klare Strukturierung, die Verwendung von Symbolen (siehe Ikons auf den Arbeitsblättern), sinnvolles Classroom-Management schafft eine Lernsituation, die sowohl Lern- als auch Leistungszeiten im Unterricht zulassen.

„Ebenso leistet das Kooperative Lernen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Demokratie: Die intensive Kommunikation in Klein- und Großgruppen, der respektvolle Umgang der Team-mitglieder miteinander, die Toleranz gegenüber anders denken-den Menschen und gegenüber Menschen aus anderen Kulturen, die Notwendigkeit Kompromisse zu schließen, dies alles sind wichtige demokratische Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler nicht abstrakt lernen, sondern im Gruppenprozess er-fahren. “12

Wir hoffen, dass die vorliegenden Unterrichtseinheiten Sie dabei unter-stützen, den Lehr- und Erziehungsauftrag in Schulen erfolgreich umzusetzen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg, Ihre Schülerinnen und Schüler zu interessierten und wissenden Bürgern auszubilden und die Begeisterung für Europa weiterzugeben.

 

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1 „Europabildung in der Schule“, Empfehlung der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 08.06.1978 i. d. F. vom 05.05.2008, S. 5
2 https://www.jugendpolitikineuropa.de/beitrag/zauberziel-buergerkompetenz-citizenship-education-an-den-schulen-in-europas.8832/ , abgerufen am 17.08.2017, 16:40 Uhr
3 dito
4 dito
5 dito
6 http://www.thomas-kremers.de/kooperatives-lernen/ein-erster-ueberblick/ (abgerufen am 18.8.2017, 8:40 Uhr)
7 Link
8 http://www.imteam4.eu/de/sbk_reise_tallinn.html
9 Ludger Brüning, Tobias Saum „Schüleraktivierendes Lehren und Kooperatives Lernen –ein Gesamtkonzept für guten Unterricht“, aus: GEW NRW (Hg.), Frischer Wind in den Köpfen. (Sonderdruck) Bochum 2011, S. 5
10 nach: Ludger Brüning, Tobias Saum „Schüleraktivierendes Lehren und Kooperatives Lernen –ein Gesamt-konzept für guten Unterricht“, aus: GEW NRW (Hg.), Frischer Wind in den Köpfen. (Sonderdruck) Bochum 2011, S. 10
11 Ludger Brüning, Tobias Saum „Schüleraktivierendes Lehren und Kooperatives Lernen –ein Gesamtkonzept für guten Unterricht“, aus: GEW NRW (Hg.), Frischer Wind in den Köpfen. (Sonderdruck) Bochum 2011, S. 8
12 http://www.thomas-kremers.de/kooperatives-lernen/ein-erster-ueberblick/ (abgerufen am 18.8.2017, 8:40 Uhr)

 

Links (kein Anspruch auf Vollständigkeit)

Allgemein
•   https://www.iqesonline.net/index.cfm?id=82237de2-1517-6203-6084-cb1d9730d59e (abgerufen am 18.08.2017, 10:50 Uhr)
•   https://www.jugendpolitikineuropa.de/beitrag/zauberziel-buergerkompetenz-citizenship-education-an-den-schulen-europas.8832/ (abgerufen am 18.08.2017, 10:51 Uhr)
•   http://methodenpool.uni-koeln.de/ (abgerufen am 18.08.2017, 10:53 Uhr)
•   https://www.iqesonline.net/index.cfm?id=9491f280-e0c6-b4e6-2380-a76ecce798c7&doc_id=a7eab91d-e0c6-b4e6-2376-7d6971cf6867 (abgerufen am 18.08.2017, 10:55 Uhr)
•   http://www.pedocs.de/volltexte/2008/309/pdf/kooperatives_lernen_komplett.pdf (abgerufen am 18.08.2017, 10:59 Uhr)
•   https://www.uni-due.de/imperia/md/content/zfh/methodenbar_2012.pdf (abgerufen am 18.08.2017, 11:03 Uhr)
•   https://heterogenitaet.bildung-rp.de/materialien/aktivieren/prinzipien-des-kooperativen-lernens.html (abgerufen am 18.08.2017, 11:17 Uhr)

Material
•   http://www.bpb.de/shop/lernen/thema-im-unterricht/36913/methoden-kiste (abgerufen am 18.08.2017, 11:05 Uhr)
•   https://www.schulentwicklung.nrw.de/methodensammlung/ (abgerufen am 18.08.2017, 11:06 Uhr)

Der Fokus ist ein an aktuellen Themen ausgerichteter und handlungsorientiert gestalteter Unterricht , der sich aus unserer Sicht positiv auf den Erwerb der europäisch orientierten Kompetenzen für die Schülerinnen und Schüler auswirken wird.

- Projektbeschreibung -

Die Methodenkompetenz der Lehrerinnen und Lehrer hat die Verbesserung von Unterrichtsqualität zum Ziel.

- Projektbeschreibung -

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